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Döllersheim hat immer geöffnet.
Kurzgeschichte Die Pfarre zu den hl. Aposteln Petrus und Paulus war wahrscheinlich eine Gründung der Herren von Ottenstein aus dem 13. Jahrhundert. 1426/27 wurden Kirche und Ort von den Hussiten zerstört und verbrannt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war Döllersheim überwiegend protestantisch, während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Gegend 1619/1620 erneut von Landsknechten heimgesucht. Der Markt brannte ab, der Kirche wurden die Meßkleider, sogar die Glocke und das Eisen aus der Uhr gestohlen. Zwischen 1684 und 1686 wurde in Döllersheim auch eine aus Babylonien stammende türkische Familie mit einem 12jährigen Mädchen getauft, die 1683 bei der Türkenbelagerung vor Wien in Gefangenschaft geraten war, als Schloßdiener in Waldreichs Deutsch lernte und die christliche Religion annahm. Aus Döllersheim stammten nicht wenige Geistliche, die als Priester, Ordensmänner und -frauen u.a. auch in der Mission in Afrika wirkten. Die Schule (der mehrmals erweiterte Bau stand in unmittelbarer Nähe zur Kirche) ist in Döllersheim ab 1580 urkundlich
nachweisbar, dürfte jedoch weit älter sein. 1887 wurden 141 Knaben und 162 Mädchen in drei Klassen unterrichtet, in der Herkunft der Lehrer – u.a. Lemberg und Troppau – spiegelt sich die Donaumonarchie wider. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte in dieser Gegend eine vermutlich sehr arme Frau namens Maria Anna Schickelgruber. 1796 wurde sie in Strones nur unweit von Döllersheim geboren und ist - noch recht jung - am 7. Jänner 1847 im Alter von 50 Jahren in Klein-Motten verstorben. Begraben wurde sie im Pfarrort Döllersheim. Am 7. Juni 1837 gebar sie in Strones Nr. 13 einen unehelichen Sohn namens Alois, den Vater Adolf Hitlers. In der NS-Zeit wurde das Döllersheimer Ländchen als Ahnengau des Führers gefeiert, Hitler-Eichen wurden gepflanzt, der Führer mit Ehrenbürgerschaften geehrt. Kurz nach der Okkupation Österreichs durch das nationalsozialistische Deutschland wurde in diesem Gebiet durch Zwangsentsiedlung der Truppenübungsplatz Döllersheim (heute Allentsteig) angelegt. Über die Frage, ob Hitler damit Unklarheiten in seiner Ahnengeschichte verschleiern wollte (er war unsicher, ob er nicht selbst einen jüdischen Großvater hatte), herrscht nach wie vor Uneinigkeit unter den Historikern. Aussiedelung Insgesamt 2.002 Menschen aus 419 Häusern wurden von 1938 – 1940 zwangsentsiedelt. Altes österreichisches Bauernland mit den Orten Döllersheim, Dietreichs, Söllitz, Heinreichs, Nieder-Plöttbach mit Fürnkranzmühle, Führerhof und dem Maderhof, Brugg, Flachau mit Bruggmühle, Steinmühle, Kernhäuser und Reithof, Waldreichs mit Patzlmühle, Loismühle, Schloteinmühle und der Josefinenhütte, Strones, Klein-Motten, Zierings und Schloß Ottenstein wurden in ein Sperrgebiet zur Kriegsvorbereitung verwandelt. Teile der Pfarre Döllersheim wurden bereits in der ersten Etappe zur Errichtung des Schießplatzes entsiedelt, der Räumungstermin für Döllersheim und Franzen ist der 31. Dezember 1940. Von 1940 bis 1942 war Döllersheim zum Großteil von Zweitsiedlern bewohnt – von Zwangsaussiedlern, die mit ihrer Ablösesumme keine neue Heimat mehr finden konnten. Die Volksschule in Döllersheim war schon im Juli 1941 geschlossen worden. Die Kinder mußten nun in die Volksschule nach Franzen gehen. Am 30. September 1942 mußte Döllersheim endgültig entsiedelt sein. Das letzte Begräbnis fand statt, als die Pfarre schon seit 28 Tagen aufgelöst und entsiedelt war – vermutlich ein gespenstisches Szenario. Döllersheim nach dem Krieg Zu Kriegsende war Döllersheim noch weitgehend intakt, ein russischer Pope konnte dort kurz vor Kriegsende einen Gottesdienst feiern, 1947 hing sogar die Glocke noch im Turm der Kirche. Ab 1946 wurde das Inventar der Kirche - darunter auch die Kanzel - gestohlen bzw. von russischen Besatzungssoldaten als deutsches Eigentum verschachert. Die Kircheneinrichtung wurde bald nach dem Krieg durch Granaten und Plünderer verwüstet, aus Orgelpfeifen wurden Dachrinnen gemacht. Zivilisten haben auch hier eine traurige Rolle gespielt: das Dach der Kirche wurde nach 1950 (!) abgetragen, das Turmdach 1952. Fast alle Priestergewänder, kirchlichen Gefäße und Geräte, die Matrikenbücher und Archivalien der ehemaligen Pfarre Döllersheim wurden nach Rastenfeld gebracht und werden vom dortigen Pfarramt betreut. Verdienste um die Erhaltung von Kirche und Friedhof in Döllersheim hat sich RegR Ing. Heinrich Stangl, der ehemalige Leiter der Bundesbaudirektion Wien - Gebäudeverwaltung Allentsteig, als Obmann des Vereins Freunde der Alten Heimat erworben. 1981 wurden Friedhof und Kirche aus dem Sperrgebiet herausgenommen, die Kirche erhielt ein einfaches Dach und wurde damit vor dem weiteren Verfall geschützt. Am 13. September 1986 erteilte ihr Bischof Dr. Franz Zak die einfache kirchliche Weihe, sie erhielt den Namen Friedenskirche , bleibt jedoch weiterhin unter dem Patronat der Apostel Petrus und Paulus. Seither wurden einige Gottesdienste gefeiert. Im Mai 1988 fand in der Friedenskirche Döllersheim im Gedenken an den 50. Jahrestag des Beginns der Aussiedelung ein ökumenischer Gottesdienst unter dem Leitthema Vertrieben - nie wieder! mit Vertretern verschiedener Kirchen und Religionsgemeinschaften im TV live übertragen. 1992 glaubte das Bundesheer im Inneren der Friedenskirche Döllersheim eine Angelobung abhalten zu müssen, was zu Verstimmung in der Bevölkerung am Rande des Schießplatzes führte. In der Zeit um 1980 dienten die Ruinenorte des Aussiedelungsgebiets mehrmals als Filmkulisse, z.B. in Holocaust. In dem Kriegsfilm Steiner - Das Eiserne Kreuz II (1978) ist Döllersheim wiederholt von Süden her zu sehen, der ehemalige Pfarrhof wurde als Unterstand für Maschinengewehre ins Bild gesetzt. Beginnende Wiederbesiedelung, Rückstellungsgesetze und späte symbolische Entschädigung Erst im Gedenkjahr 50 Jahre 2. Republik 1995 erhielten (die noch lebenden) Aussiedler eine eher symbolische Entschädigung von S 70.000,- (rund 5.000,- €). Was sieht man heute in Döllersheim? Die Pfarrkirche Döllersheim Der Friedhof in Döllersheim 1984 schrieb mir Hofrat Dr. Wilhelm Sekyra OSB, im 65. Priesterjahr und im 90.(!) Lebensjahr stehend, in einem
handschriftlichen Brief an Pfarrer Johannes Müllner: Mein Vater - Ludwig Sekyra, Landwirt - wurde als letzter nach
Jahrhunderten am 28. 10. 1942 im Friedhof zu Döllersheim beerdigt. Konzelebrierende Priester waren: Prior P. Joseph
Leutgeb SOCist (Stift Zwettl) und der Pfarrer von Rastenfeld, später Dompfarrer in St. Pölten, Ledl. Ich selber habe in der
intakten Pfarrkirche am folgenden Tag die hl. Seelenmesse für meinen verstorbenen Vater (Priestervater!) gefeiert. Auf
seinem Grab steht die Fichte, die damals als kleines Bäumchen auf sein frisches Grab gesetzt wurde. Es grüßt und segnet Sie ... Allerseelenfeier der Aussiedler
Von dem umlaufenden Gang aus, der zu den Zimmern der Patienten führte, konnten diese durch Fenster am Gottesdienst teilnehmen. In den vier Winkeln der Umfassungsmauer befand sich je ein Gärtchen. Es war dies ein ehemals seltener Bautyp eines Gebäudes zur Aufnahme sozialer Einrichtungen. Eine architektonische Parallele, allerdings größer dimensioniert, findet sich z.B. im Ospedale Maggiore (Großes Krankenhaus) von Mailand, das heute die Universität beherbergt. Hier abgebildete Fotos sind aus den Jahren vor 1938 - heute sieht Döllersheim etwas anders aus. Mehr zu diesem Thema und zum Schicksal des entsiedelten Gebietes finden Sie in dem Buch von Pfarrer Johannes Müllner, Die entweihte Heimat. Ein Stück Österreich, das nur wenige kennen. Zwangsentsiedelt, verwahrlost, zerstört, gesperrt, das zum Preis von EURO 35,- (ATS 490,-) zuzügl. Versandspesen unter +43 (0)2984-3495 oder per Mail: mail: Pfarrer.Muellner@aon.at erhältlich ist.
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... und über das Gebiet rund um Döllersheim: |
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