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Walther von der Vogelweide
These untermauert
Sensationell / Stiftsbibliothekarin Dr. Charlotte Ziegler kam bei Forschungen über Walther von der Vogelweide zu interessanten Ergebnissen
Stift Zwettl / Die bisherige Theorie, dass Walther von der Vogelweide ein Waldviertle war, wurde von der kompetenten Zwettler Stiftsbibliothekarin und Kunsthistorikerin Dr. Charlotte Ziegler nunmehr in Zusammenhang
mit den Kuenringern genau erforscht.
Vergleich der Wappen
Dr. Ziegler stellt erstmals einen Vergleich der Miniatur des [Wappens] Walthers von der Vogelweide aus der Heidelberger Manesse-Liederhandschrift und der Darstellung aus der Weingartner Liederhandschrift mit der
Miniatur der Stammtafel aus dem Stifter-Buch der bekannten Bärenhaut des Stiftes Zwettl an und kam dabei zu verblüffenden, für Zwettl sensationellen Ergebnissen.
Beim Vergleich der Kronen entdeckte sie, dass jene, die die Kuenringer-Ministerialen Nizzo und Hadmar II. von Kuenring in der Bärenhaut tragen, identisch mit den Darstellungen in anderen Werken sind. Dies deutet
darauf hin, dass Walther von der Vogelweide ein Abkömmling eines niedrigen Rittergeschlechtes war. Außerdem fiel der Forscherin ein in der Forschung bislang unbeachteter Aspekt auf, nämlich dass Walther sowohl mit
Hadmar II. als auch mit Bischof Wolfgers von Passau, beide Förderer des Minnegesanges, bekannt war. Hadmar II. wiederum war der größte Gönner und Förderer von Stift Zwettl und wird deshalb oft auch als zweiter
Stifter bezeichnet.
Unehelicher Kuenringer?
Warum verschweigt oder verschleiert Walther von der Vogelweide von der Vogelweide bewusst seine Herkunft? Dr. Ziegler hat auch dafür eine Hypothese: Vielleicht war er ein unehelicher Kuenringer, für den Hadmar II.
von Kuenring die Vormundschaft übernommen hatte, sich aber 1198 von ihm lösen musste, als Walther vom Wiener Hof vertrieben wurde.
Nibelungenfragmente
Im Mai dieses Jahres stellte Dr. Charlotte Ziegler in einem Referat beim International Congress of Medieval Studies am Institute of Cistercian Art and Literature in Amerika erstmals einige Fragmente der
Walther-Kunering-Forschung der Öffentlichkeit vor. Damals zog die Forscherin die Nibelungen-Klage als möglichen Inhalt in Betracht, eine Meinung, die bis heute nicht revidiert wurde, aber den allgemeinen Begriff des
Nibelungensagenstoffes abgeschwächt hat. (...)
NÖN Zwettler Zeitung 37/2001 (12.9.2001), S. 11
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